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Materialschlacht im Bobsport wie in der Formel1
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03.03.2009

Materialschlacht im Bobsport wie in der Formel1

Autor: Johann Reinhardt


Wie bei der Formel1, stösst auch im Bobsport die Materialschlacht in neue Dimensionen vor
Die Weltmeisterschaften in Lake Placid sind Geschichte, das vorolympische Jahr wurde abgeschlossen. Nun kommt aber nicht etwa eine lange Bob-Pause bis zum nächsten Winter sondern die Weiter- und Neuentwicklung des Materials, wie immer vor olympischen Spielen, in die heisse Phase. Die Zeiten wo in den früheren Jahren die Piloten in Hinterhöfen, Garagen und Materialschuppen ihre Schlitten gewartet und weiterentwickelt haben sind endgültig vorbei. Heute geht es ohne die Erfahrungen der Piloten, dem Wissen und der Möglichkeiten der Industrie und der Unterstützung aus den Forschungsstätten nicht mehr. Schon fast wie bei der Formel1, erreicht auch im Bobsport die Materialschlacht völlig neue Dimensionen.

André Lange hofft, bis in Vancouver werden wir einen Siegerbob Fahren
Lange stand wochenlang in der Kritik weil sein, mit Millionen von Steuergeldern, entwickelter Schlitten aus der Berliner High-Tech-Schmiede des Institutes für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) nicht den Ansprüchen entsprach, die ein schneller Bob haben sollte. Wenigsten an der WM in Lake Placid konnte Lange, durch die starke Leistung seiner Hintermannschaft, den Schaden in Grenzen halten. BSD Sportdirektor Thomas Schwab kündigte "genaue Ursachenforschung" an, stellte aber gleichzeitig fest, dass nach wie vor am FES Schlitten festgehalten werde. "Wir werden bereits nach der WM von Lake Placid in Königssee ein verbessertes Modell testen", sagte Schwab. Und der an der Entwicklung beteiligte neunfache Weltmeister Christoph Langen meinte: "Bis Vancouver werden wir einen Siegerbob haben." An diesen Tests wird auch André Lange teilnehmen und dafür am 7. März bei Stefan Raabs Wok-WM Dauerwerbesendung nicht teilnehmen. Die Wok-WM wird um 20.15 Uhr LIVE aus Winterberg/Hochsauerland auf ProSieben ausgestarahlt.

Aufrüsten auf der ganzen Linie
Aber auch die anderen Nationen verfallen nicht in einen „Sommerschlaf“. Die Italiener kommen mit Ferrari, die Schweizer setzen auf das neue Projekt «Citius», die Amerikaner Entwickeln ihre erfolgreichen „Bo-Dyn“-Schlitten aus der NASCAR-Schmiede weiter, während die Russen mit den in Rosenheim gebauten schnellen Singer-Bobs auch nicht untätig sein werden. Nicht zu vernachlässigen ist der Marktführer unter den Schlittenbauern, die Dresdner Sportgeräte GmbH (DSG), die für viele Nationen als Schlitten Lieferant tätig ist. Dies vor allem weil sie fähig sind am meisten Schlitten zu bauen und auszuliefern.

Wenn die 630 Kilogramm schweren Schlitten im Eiskanal mit bis zu 150 Stundenkilometern an den Zuschauern vorbeirasen, sind sie oft nur durch ihre Farbe und die Werbung zu unterscheiden. Doch jeder Bob ist ein Individualprodukt und verbirgt seine ganz speziellen Geheimnisse unter den farbigen Reklameträgern. Ob beim Fahrwerk, bei der Aufhängung oder auch bei den speziell gefertigten Hauben, die möglichst vibrationsarm sein müssen, besteht neben den von der FIBT streng reglementierten Massen und technischen Vorschriften genügend Spielraum um immer wieder eine Hundertstelsekunde mehr aus den Sportgeräten heraus zu holen.

Italien kommt mit einer „roten Göttin“ aus der Formel1 Ferrari Schmiede
Ob die 'rote Göttin' die von den Italienern unter grösster Geheimhaltung bereits auf der Bahn in Cesana auf Eis getestet wurde, von den Erfahrungen die Ferrari in der Autoentwicklung hat profitieren kann bleibt abzuwarten. Ich bin gespannt, was die auf die Beine stellen, es täte unserer Sportart gut. Bisher haben sie nur Teile optimiert», sagte Langen in einem Interview mit der «Mittelbayerischen Zeitung». Der Schweizer Bob-Experte Christian Reich zweifelt ebenfalls noch. «Wenn sie wegkommen vom Autodenken, dann werden sie Erfolg haben», sagte der Olympia-Zweite von 2002, der seit zweieinhalb Jahren bei den Eidgenossen für ein eigenes Entwicklungsprojekt mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule und der Industrie verantwortlich ist.

Die Schweizer setzen auf das Projekt „Citius“
Nachdem die Schweizer vor Jahren mit dem Projekt „Contraves Bob“ Schiffbruch erlitten hatten setzte sie nun auf eine in der Wirtschaft und Forschung breit abgestützte Zusammenarbeit. Das neue Projekt hat den Namen „Citius“ (was „schneller“ bedeutet) und bringt auf breiter Basis abgestütztes industrielles Know-how mit neuesten materialwissenschaftlichen Erkenntnissen zusammen. Allein 19 Experten aus allen Branchen arbeiten eng zusammen mit dem Ziel den schnellsten Bob der Welt zu bauen. Zwei Mitarbeiter an diesem Projekt aus dem Team der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) haben eigens die Bobschule absolviert um das Gefühl und das Feeling eines Bobpiloten selber zu Erfahren. Die Schweizer fuhren unmittelbar nach der WM zu weiteren Testfahrten mit der Neuentwicklung nach Cesana, nachdem die ersten Fahrten bereits in St.Moritz stattfanden und die Erkenntnisse aus diesen Test in die Weiterentwicklung eingeflossen sind. Der Olympia Zweite von Salt Lake City 2002 und dreifacher WM-Bronzemedaillen Gewinner, Christian Reich, wird bei diesen Tests selbst wieder in die Lenkseile greifen, und plant die neuen Schweizer Bobs erstmals bei der internationalen Trainingswoche im Herbst in Whistler der Öffentlichkeit vorzustellen.

Einige Fragen bleiben aber unbeantwortet und treten immer weiter in den Vordergrund
Wohin führen die neuen Entwicklungs-Dimensionen den Bobsport in der Zukunft? Gibt es in den nächsten Jahren nur noch vier oder fünf Nationen die sich die ins unermessliche wachsenden Material-Kosten überhaupt noch leisten können? Verliert der internationale Bobsport dadurch nicht an Faszination und Spannung? Finden sich noch genug Sponsoren die den Nationen, Bahnen, Sportler und Wettkampfausrichter unterstützen, wenn die Medaillen nur noch unter drei Nationen ausgemacht werden? Sicher gilt der Einwand, dass die Spitzennationen immer wieder neues Material einsetzten werden und die alten Schlitten weiter verkaufen werden gerade an die Nationen und Piloten mit einem kleineren Budget. Aber können sie sich diese gebrauchten Bobs überhaupt leisten, denn die hohen Entwicklungskosten müssen ja irgendwie wieder, wenigstens zum Teil, hereinkommen?
Es bleibt nur zu Wünschen, dass der Bobsport an Internationalität nichts einbüssen wird.


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