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Interview mit Kati Wilhelm: "Durch gute Ergebnisse wissen, dass ich optimal vorbereitet bin"
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21.07.2009

Interview mit Kati Wilhelm: "Durch gute Ergebnisse wissen, dass ich optimal vorbereitet bin"

Info: Weitere Sportlerinterviews und Terminplan
Autor: Johann Reinhardt


In der Vorbereitung zu der kommenden Olympia Saison stand LiVE-Wintersport Kati Wilhelm für ein Interview zu Verfügung. Sie wurde am 2. August 1976 in Schmalkalden geboren und wechselte nach einer Olympiateilnahme bei den Langläufern zu den Biathleten. Sie ist Sportsoldatin und gewann insgesamt bereits acht Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympiawettbewerben. 2005/2006 gewann die Thüringerin den Gesamtweltcup. Im Interview spricht Wilhelm nach absolviertem Training im Skitunnel in Oberhof über die Vorteile der neuen Einrichtung, den nächsten Winter und Sommerwettbewerbe.

Sie konnten nun bereits im neuen Skitunnel trainieren – wie fällt Ihr Fazit dazu aus?

Ich bin sehr zufrieden mit dem Skitunnel. Es ist ja auch eher eine Halle und dies ist der große Unterschied zu den anderen Tunneln, die es gibt. Man fühlt sich deutlich wohler hier. Es ist nicht so drückend und dunkel. Die Bedingungen sind wirklich super. Vom Profil her ist es auch einwandfrei. Man kann alles machen, was man trainieren muss. Schießen ist zwar noch nicht möglich, das wird aber dann wohl im nächsten Jahr ergänzt.

Wie können Sie das Training im Skitunnel in die Vorbereitung einbinden?

Wir haben schon vor zwei Wochen ein Trainingslager hier gehabt. Im Oktober werden wir noch einmal mit der gesamten Mannschaft herkommen. Ich selbst werde den Tunnel auch immer wieder zum Training nutzen. Jetzt bin ich auch mit meinem norwegischen Techniktraining da. Außerdem kann man hier sehr gut Skier testen.

Was kann in der Technik noch besser werden?

Mein Techniktrainer Odd Lierhus hat da auch immer noch Ideen, aber eigentlich funktioniert schon alles gut, glaube ich.

Wie sieht bei Ihnen eigentlich eine komplette Vorbereitung aus?

Im April ist unser Urlaubsmonat und wir fangen im Mai wieder mit dem Training an. Dort wird eigentlich alles trainiert, was Ausdauer aufbaut, also große Umfänge, viel mit dem Rad, Skiroller und dann war ich auch schon Skilaufen. Wir waren im Juni auf einem Fjell in Norwegen und im Mai Radfahren in Frankreich. Das ist sehr abwechslungsreich. Dann wird es auch spezieller, je näher die Saison heranrückt. Ab Juni und Juli wird dann auch das Schießen mit eingebunden.

Wie sieht der nächste Monat bei Ihnen aus?

Jetzt ist bald das erste Rennen. Ich fahre in der nächsten Woche nach Norwegen zu einem Wettkampf und dann bin ich wie schon die letzten Jahre in Püttlingen zum Sommerbiathlon. Danach geht`s nach Obertilliach ins Trainingslager.

Was wollen Sie bei Sommerrennen erreichen?

Der sportliche Ergeiz ist da natürlich auch vorhanden, aber da ich auch noch aus einer reduzierten Woche komme, erwarte ich jetzt von mir nicht so große Sachen. Ich habe ja vorher noch paar Tage frei. Aber man möchte sich schon ein bisschen testen, vor allem das Schießen unter den Bedingungen und Belastungen. Von der Zuschauerkulisse ist es auch wieder was anderes, dass man das Gefühl bekommt.

Was macht man eigentlich an so einem freien Tag als Biathletin?

In Norwegen zum Beispiel werden wir schon ein paar Sachen angucken auf dem Weg zum Wettkampf. Ansonsten macht man eigentlich nicht soviel. Man versucht sich zu erholen und geht vielleicht mal ein bisschen einkaufen.

Was sind Ihre Ziele speziell für die Olympiasaison?

Daran hat sich nichts geändert, es ist eigentlich wie jedes Jahr. Ich möchte gut durch die Saison kommen und durch gute Ergebnisse wissen, dass ich gut vorbereitet bin. Bei Olympia möchte ich dann möglichst wieder die eine oder andere Medaille gewinnen.

Gibt es danach noch Ziele, die Sie erreichen möchten?

Es ist noch nichts geplant. Ich muss dann erstmal sehen, wie es weiter geht und ob es überhaupt weiter geht.

Wissen Sie schon, was sie nach Ihrer Karriere machen werden?

Ich denke, dann werde ich noch ein bisschen mein Studium vorantreiben müssen, denn damit werde ich sicher nicht fertig in meiner sportlichen Karriere. Danach werden wir sehen.

Sie sind eine „Umsteigerin“ und wechselten vom Langlauf zum Biathlon. Wie kam es dazu?

Ich war nicht mehr so ganz zufrieden mit meinen Erfolgen beim Langlauf und deswegen habe ich mir gedacht, dass ich mal etwas anderes machen muss.

In der letzten Saison feilten Sie auch schon an ihrer Technik, was wurde dort schon besser?

Ich denke, die Leute, die mich schon länger kennen werden es gesehen haben. Es ist, denke ich, schwer zu beschreiben, aber sichtbar. Es muss noch weiter daran gefeilt werden. Es geht einfach darum, dass man ökonomischer läuft und dann vielleicht noch ein bisschen mehr Kraft hat, wenn es an die Reserven geht.


Sie sind die „perfekte Biathletin“ und jedes Jahr sehr erfolgreich. Gibt es trotzdem noch Dinge, die Sie verbessern möchten, außer der Technik?

So ein Bisschen Konstantz kann ja nie schaden. Ich will dauerhaft vorne dabei sein bei den Weltcups und möglichst keinen Ausrutscher haben wie im letzten Jahr ab und zu. Aber ich denke, da ist Biathlon fast die falsche Sportart, denn da ist dann immer wieder das Schießen dabei. Ich glaube, das Schießen ist der Punkt, den man am wenigsten vorhersehen kann.

Wie kommt es, dass Sie beim Stehendschießen immer so gut sind?

Ich habe keine Ahnung, das ist sicherlich Talent. Zum Stehendschießen braucht man ein bisschen Gefühl und das scheine ich einfach zu haben. Deswegen muss ich jetzt noch weiter am Liegendschießen arbeiten, damit es da dann auch so gut klappt.

Gibt es Übungen, mit denen Sie arbeiten, um das Schießen zu verbessern oder versuchen Sie einfach viel zu schießen?

Es ist wichtig, am Anschlag zu arbeiten, damit man stabiler wird und da denke ich, haben wir schon viel gemacht und sind auf einem guten Weg.

Sind Sie im Moment noch mehr in der Skihalle oder mit den Rollskin draußen unterwegs?

Ich bin schon noch mehr auf den Rollern unterwegs, weil man in der Skihalle auch nicht Schießen kann. Aber ab und zu wieder auf den Schnee, um das Gefühl zu behalten ist schon gut.

Wie verläuft ein kompletter Wettkampftag bei Ihnen?

Man steht früh auf, je nachdem wann der Wettkampf losgeht. Meistens müssen wir so gegen acht Uhr aufstehen, das geht noch. Dann gibt es Frühstück und wir haben meistens über den Mittag die Rennen, da muss man den Vormittag irgendwie herumbringen, zum Beispiel mit leichtem Joggen. Dann ist es meistens so gegen elf, dann essen wir noch einmal etwas. Zwei bis drei Stunden vor dem Rennen geht`s Richtung Stadion. Dann machen wir den Skitest, laufen uns ein, schießen an, dann ist der Wettkampf, anschließend auslaufen, Massage und danach ab ins Hotel. Je nachdem. Wie spät es geworden ist, geht man noch ein wenig joggen, um die Muskeln zu lockern. Irgendwann ist Schlafenszeit. Also im großen und ganzen nicht sehr aufregend (lacht).

Wie ist es beim Trainingstag

Der unterscheidet sich gar nicht so sehr von einem Wettkampftag. Da geht man zweimal am Tag trainieren und hat vielleicht noch einmal eine Einheit an der Laseranlage zum Schießtraining oder am Abend noch eine Videoauswertung. Aber ansonsten ist das ähnlich, außer dass wir meistens etwas früher aufstehen.

Es gibt die Heimweltcups in Oberhof, Ruhpolding und Österreich. Ist dies anstrengend für Sie oder schön, wieder in die Heimat zu kommen?

Die Heimweltcups sind natürlich besonders, weil dort eine tolle Atmosphäre herrscht Auf der anderen Seite ist das auch anstrengend, weil man sehr gefragt ist, das heißt es gibt auch viele zusätzliche Termine. Aber ich glaube, es ist für uns etwas Besonderes zu Hause zu laufen. Man möchte dort natürlich die besten Leistungen bringen, was nicht immer einfach ist. Aber die Herausforderung macht uns allen Spaß.

Anschließend kam Wilhelms Techniktrainer Odd Lierhus, der im Moment auch in Oberhof ist, die Treppe zum Ausgang des Skitunnels hoch. „Ich war bis 2005 Trainer der norwegischen Nationalmannschaft. Im Winter 2008 hat mich Kati angerufen und gefragt, ob ich nicht für sie arbeiten will. Im letzten Jahr hat sie schon viel verbessert, aber sie kann noch an vielen kleinen technischen Feinheiten feilen.“, so Lierhus über seine Klientin. Auf die Frage, was es noch zu verbessern gebe, antwortete er: „Das ist ein Geheimnis“. So muss man also doch abwarten bis zum nächsten Winter, ob man Neuerungen an der Technik der Thüringerin sieht, denn alle Details des Trainings wollen die Athleten nun doch nicht preisgeben – verständlicherweise...

LiVE-Wintersport.com bedankt sich bei Kati Wilhelm für das Interview, wünscht ihr viel Erfolg für die Olympiasaison, die Zeit nach ihrer Karriere und bei der Verbesserung ihrer Technik.

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Kati Wilhelm mit ihrem Mann Andreas Emmslander
Kati Wilhelm mit ihrem Mann Andreas Emmslander


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