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Interview mit Felix Neureuther: "Die WM im eigenen Ort ist der absolute Wahnsinn!"
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22.09.2010

Interview mit Felix Neureuther: "Die WM im eigenen Ort ist der absolute Wahnsinn!"

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Autor: Patrick Chojnowski


Felix Neureuther ist seit Jahren der beste alpine Skirennläufer des deutschen Teams. Seither gehört er auch zur Slalom-Weltelite. Mit den beiden Weltcupsiegen dieses Jahr in Kitzbühel und seiner Heimatstadt Garmisch-Partenkirchen erreichte er vergangene Saison seinen endgültigen Durchbruch. Über eben diese Siege, die Heim-WM und die Bewerbung Münchens um Olympia 2018 spricht Felix Neureuther im Interview mit LiVE-Wintersport.

Vergangene Saison war für Sie die bisher erfolgreichste. Sie gewannen Ihren ersten Weltcup und mit Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen sogar zwei Klassiker. Das bedeute sogar Platz fünf im Slalom-Weltcup zum Ende der Saison. Im Olympiaslalom gab es jedoch leider einen Ausfall. Wie beurteilen Sie Ihre Slalomsaison?

Es war eine recht turbulente Saison, die ich mit tollen, positiven Erlebnissen abschließen konnte und aus der ich allerhand lernen kann. Unterm Strich hat sich wieder einmal eine alte Weisheit bestätigt: Wenn man Spaß an dem hat, was man tut, ist man auch erfolgreich. Freilich ärgert mich der Ausfall im olympischen Slalom nach wie vor. Ich war fit, die Vorbereitung auf das Rennen sehr gut, ich fühlte mich auf dem Berg wohl und hatte ein tolles Erfolgserlebnis im Riesenslalom zum Einstieg. Aber wie so oft im Leben steckt der Teufel im Detail und eine kleine Unachtsamkeit hat mich um eine große Chance gebracht. Auf der anderen Seite konnte ich zwei Weltcup-Klassiker gewinnen, einen bei mir Zuhause, das waren unglaubliche Highlights.


Am Freitag, dem 24.09.2010: Interview mit dem italienischen Langläufer Pietro Piller Cottrer



Im Riesenslalom fehlten hingegen zunächst die Ergebnisse. Zwar gelang Ihnen zu Beginn der Saison in Val d’Isère seit langem wieder ein Ergebnis in den Punkten, aber erst im olympischen Riesenslalom wusste Sie wieder zu überzeugen. Ein Aufwärtstrend ist also erkennbar und nächste Saison starten Sie mit einer guten Startnummer. Sehen Sie den achten Platz bei Olympia als eine Art Schlüsselergebnis sowohl für die vergangene als auch für die neue Saison?

Es war eine Bestätigung für mich. Eine Bestätigung für eine lockere Fahrt, ohne Druck, ohne Erwartungen. Dieser Riesenslalom hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Das Timing war genauso da wie das Gefühl für den Schnee, dazu die positive Spannung eines olympischen Rennens – es war wirklich fantastisch!

Nächste Saison folgt dann wahrscheinlich der bisherige Höhepunkt Ihrer Karriere: Die WM in Garmisch-Partenkirchen, Ihrer Heimatstadt. Wie besonders ist solch eine Heim-WM und mit welchen Gefühlen blicken Sie auf diese Weltmeisterschaften?

Die WM im eigenen Ort ist der absolute Wahnsinn! Vor allem weil Maria und ich schon vor Jahren bei der Bewerbung eine tragende Rolle gespielt haben. Im Bewerbungsfilm haben wir versucht uns vorzustellen, wie es sein könnte, wenn wir zuhause eine WM austragen dürften. Unsere Familie, unsere Freunde und Fans im Ziel, ein starke Vorstellung, die jetzt real wird. Ich freu mich ganz ernorm drauf!

Abgesehen von der WM gibt es einen Parallelevent in München, bei der sogar Weltcuppunkte vergeben werden. 2009 gewannen Sie solch ein Event in Moskau. In München sind allerdings nur die besten 16 des Gesamtweltcups zugelassen, deshalb wird es schwierig, dort überhaupt dabei zu sein. Was halten Sie von diesem Event und wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, dort überhaupt antreten zu dürfen?

Das wird ein richtig guter Event. Skifahren in der Stadt ist exotisch, verrückt und außergewöhnlich. Auch wenn ich bis dahin nicht unter den Top16 rangiere, rechne ich mir große Chancen aus, in München starten zu können, da der Deutsche Skiverband eine Wild-Card für Damen und Herren von der FIS erhalten hat.

Dieser Parallelevent hat natürlich auch mit der Olympiabewerbung 2018 von München zu tun. Generell stehen die Chancen nicht schlecht, allerdings gab es zuletzt deutlichere Kritik an der Bewerbung Münchens. Wie sehen Sie die Chancen 2018 die Olympischen Winterspiele in Deutschland zu haben?

Das wäre der wohl größte Traum eines jeden Sportlers! Ich hoffe, dass die Diskussionen, die jetzt geführt werden, am Ende für ein Votum pro Olympia führen. Wir hätten ein weiteres Mal die Welt zu Gast in Deutschland!

In der Vergangenheit starteten Sie gelegentlich in Super-Kombinationen mit eher mäßigen Erfolgen aufgrund sehr schlechter Startnummern. Sind in Zukunft Starts in dieser Disziplin geplant?

Das kommt darauf an. Grundsätzlich möchte ich mir mit dem RS ein zweites Standbein schaffen. Wenn mir das gelingt, dann kann ich versuchen die nächste Disziplin dazuzunehmen.

Hinter Ihnen gibt es anders als bei den Damen nur wenige Läufer die auf hohem Niveau konkurrenzfähig sind. Fritz Dopfer machte aber letzte Saison Fortschritte. Im Speedteam gibt es zumindest noch einen Stephan Keppler und mit Andreas Strodl, Hannes Wagner oder Tobias Stechert Nacheifernde. Mit Andreas Sander oder Stefan Luitz könnten aber Läufer aus dem Europacup nachrücken. Wie sehen Sie derzeit die Situation im deutschen Herren-Alpinteam?


Wir haben ein gutes Team. Alle genannten fahren sehr gut Ski. Leider wird der ein oder andere immer wieder von Verletzungen ausgebremst, aber ich bin sicher, das Deutsche Herrenteam wird sich in Zukunft wieder besser präsentieren. Der DSV hat mit Sportdirektor Wolfgang Maier schon vor Jahren die richtigen Weichen gestellt, jetzt muss man Geduld bewahren.

Wie sind Sie mit dem bisherigen Training für die kommende Saison zufrieden? Sie waren zuletzt in Neuseeland. Was steht bis Sölden und Levi auf dem Programm?

Neuseeland war sehr effektiv. Das Skifahren im Sommer hat etwas von einem Roulettespiel: Mal herrscht tiefster Winter in Neuseeland oder Südamerika, mal sind die Gletscher in den europäischen Alpen das lohnenswertere Ziel. Diesmal haben wir auf die richtige Destination gesetzt und in „Down under“ für dreieinhalb Wochen fast perfekte Verhältnisse vorgefunden. Jetzt geht es auf die alpinen Gletscher, auch dort schaut es nicht so schlecht aus.

Nächste Saison wird für Sie eine ganz wichtige. Weltcup und Heim-WM stehen auf dem Kalender. Haben Sie sich Ziele für die kommende Saison gesetzt?

Ja, Spaß haben am Skifahren, jedes Rennen genießen und möglichst oft jubeln können!

LiVE-Wintersport bedankt sich für das Interview und wünscht Gesundheit und viel Erfolg für den kommenden Winter.


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Felix Neureuther (© www.felix-neureuther.de)
Felix Neureuther (© www.felix-neureuther.de)


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