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Interview mit Johanna Schnarf: "Mein Ziel ist es dort weiter zu machen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe."
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06.10.2010

Interview mit Johanna Schnarf: "Mein Ziel ist es dort weiter zu machen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe."

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Autor: Patrick Chojnowski


Die italienische Skirennläuferin Johanna Schnarf stand im Speedbereich mehrere Jahre im Schatten ihrer Teamkolleginnen. Vergangene Saison qualifizierte sie sich im letzten Moment noch für Olympia und verpasste im Super-G die Bronzemedaille als Vierte nur knapp. Die Jahre zuvor machte sie als Spezialistin für die Super-Kombination von sich reden. Über diese Stärke, wie sie zu ihrer Sportart kam und über ihr Training spricht Johanna Schnarf im Interview mit LiVE-Wintersport.

Der alpine Skirennsport ist in Italien natürlich nicht unpopulär, vor allem wenn man an Stars der Szene wie Alberto Tomba, Isolde Kostner oder Deborah Compagnoni zurückdenkt. Wie kamen Sie zu dieser Sportart und hatten Sie ein Vorbild in Ihrer Jugend?
Da alle in meiner Familie begeisterte Hobby-Skifahrer sind, war es naheliegend, dass auch ich als jüngstes Familienmitglied mit drei Jahren die Pisten runter flitzte. Zudem gab es damals 2 Minuten von meinem Haus entfernt einen Schlepplift. Mein Vorbild in der Jugend war Kurt Ladtstätter, damaliger Weltcupläufer, da auch er aus Olang kommt.

Die letzte Saison nahm einen ungewöhnlichen Verlauf. Zunächst konnten Sie kaum überzeugen, bis Sie einen siebten Rang in der Super-Kombination von St. Moritz zu Stande brachten. Es folgten der vierte Rang im olympischen Super-G und der achte in der Super-Kombination von Whistler sowie ihr erster Podestplatz in der Abfahrt von Crans-Montana. Wie beurteilen Sie die gesamte Saison und was war der Grund für die Leistungsexplosion zum Ausklang der Saison?
Letzte Saison hatte ich mir leider beim Konditionstraining im Oktober einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zugezogen, musste operiert werden und somit zwei Monate pausieren. Deswegen war ich bei den ersten Speed-Rennen der Saison in Kanada nicht mit dabei. Ab den Europarennen war ich dann wieder mit dabei, hatte anfangs einige Schwierigkeiten, aber kam von Rennen zu Rennen besser in Fahrt. Im letzten Moment qualifizierte ich mich noch für die Olympischen Spiele, der Traum jedes Sportlers! (7. Platz Super-Kombination St. Moritz) Als ich dann bei der Eröffnungsfeier ins Stadion einmarschierte, fühlte ich: Ja, ich bin wirklich dabei! Ein unglaubliches Gefühl. Ich weiß auch nicht genau warum, aber von da an war ich irgendwie lockerer und es lief einfach.

Sie sind in erster Linie eine Speed-Läuferin. Ihren Durchbruch haben Sie aber erst so richtig in der vergangenen Saison erreicht. Vorher waren Sie eher als ausgeglichene Läuferin in der Abfahrt und Slalom bekannt, sodass Sie schon als Kombinationsspezialistin galten. Verändert sich das Augenmerk nach so guten Resultaten in einer bestimmten Disziplin?
Zahlreiche Verletzungen in den vergangenen Jahren haben mich immer wieder zurückgeworfen. Ich bin wirklich erleichtert, dass ich in der vergangenen Saison endlich auch in Abfahrt und Super-G stark aufzeigen konnte. Vorher war die Kombination meine weitaus beste Disziplin. Aber mein Augenmerk gilt nach wie vor allen drei Disziplinen (Abfahrt, Super-G und Kombination), wobei ich mich auch im Slalom noch verbessern möchte.

Mittlerweile sind Sie in der Weltrangliste sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G unter den Top 30 vorzufinden. Das war über lange Zeit nicht der Fall. In der Abfahrt fehlt sogar nicht mehr viel zur ersten Gruppe. Denkt man vor Saisonbeginn an solch taktische Ausgangssituationen?
Ich glaube, wenn man eine Saison so gut beendet, gibt das zusätzlich Motivation für die kommende Saison. Außerdem starte ich nun in drei Disziplinen unter den ersten 30, was lange Zeit nicht der Fall war (erst gegen Ende letzter Saison). Meine Ausgangssituation ist also wesentlich besser als in den vergangenen Jahren, und wenn ich verletzungsfrei bleibe (was das Um und Auf ist), bin ich sehr optimistisch.

Zuletzt waren Sie mit der italienischen Mannschaft in Südamerika, um die winterlichen Bedingungen dort zu nutzen. Wo waren Sie genau, welche Bedingungen fanden Sie vor und was stand dort auf dem Programm?
Wir waren am „Arsch der Welt“. Nein Scherz! Wir waren in Argentinien, ganz am untersten Zipfel, in Ushuaia. Überall kann man dort lesen: Fin del Mondo (Ende der Welt)! Ich muss sagen wir haben vor allem am Anfang gute Bedingungen vorgefunden. Dann schneite es und deswegen war es anschließend für einige Tage etwas weich. Aber im Großen und Ganzen waren es gute dreieinhalb Wochen für uns. Angefangen haben wir mit den technischen Disziplinen, Slalom u Riesenslalom, und haben uns dann im zweiten Block auf die Speed-Disziplinen, Abfahrt u Super-G, konzentriert. Es läuft soweit recht gut, auch mit dem Material bin ich sehr zufrieden.

Wie sehen die nächsten Wochen für Sie bezüglich des Trainings noch aus? Langfristig wird wohl für den Auftakt in Lake Louise geplant. Da Sie nicht als Riesenslalomläuferin gelten, sehen wir Sie vermutlich nicht in Sölden, sondern frühestens wenn überhaupt in Levi?
Ja genau, in Sölden werde ich nicht mit dabei sein. Je nachdem wie ich im November im Slalom in Form bin, werde ich in Levi an den Start gehen oder eben nicht. Aber das Augenmerk gilt Lake Louise. Bis dahin ist noch etwas Zeit und in den nächsten Wochen werde ich fleißig weitertrainieren. Konditionstraining, Skitraining und auch Skitests stehen auf dem Programm.

Der Weltcup und die WM in Garmisch-Partenkirchen stehen in der Saison 2010/2011 im Fokus. Für jeden Sportler ist es immer wichtig, unverletzt zu bleiben. Abgesehen davon: Hegen Sie bestimmte Ziele oder Erwartungen für den kommenden Winter?

Mein Ziel ist es dort weiter zu machen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe. Ein Ziel ist sicher, die erste Gruppe (Top-15) in Abfahrt und Super-G zu erreichen und in der Kombi zu erhalten. Das andere Ziel ist natürlich die WM in Garmisch. Ich bin dort letzte Saison Sechste geworden und habe deswegen ein gutes „Feeling“ mit dem Hang. Ich freue mich schon auf den Winter. Bis dahin…

Live-Wintersport bedankt sich für das Interview und wünscht Gesundheit und viel Erfolg für den kommenden Winter.
Danke schön!


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Johanna Schnarf im Rahmen des Weltcups 2009 in Altenmarkt-Zauchensee (© Christian Jansky)
Johanna Schnarf im Rahmen des Weltcups 2009 in Altenmarkt-Zauchensee (© Christian Jansky)


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