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Interview mit Bernd Raupach: "Die Athleten sind sehr motiviert an die neue Saison herangegangen"
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16.07.2011

Interview mit Bernd Raupach: "Die Athleten sind sehr motiviert an die neue Saison herangegangen"

Info: Weitere Sportlerinterviews von LiVE-Wintersport.com | Langlauf 1. Zentrale Leistungskontrolle Oberhof (GER)
Autor: Johann Reinhardt


Nach dem Crosslauf der Zentralen Leistungskontrolle in Oberhof traf LiVE-Wintersport.com mit Bernd Raupach den Trainer des Stützpunktes in Ruhpolding. Nach fünf Jahren als Cheftrainer beim ÖSV kam er nun wieder zurück nach Deutschland. Im Interview spricht er unter anderem über seine in der Alpenregion gesammelten Erfahrungen, den Start der Zusammenarbeit sowie die bisher absolvierten Tests.

Seit diesem Jahr sind Sie wieder als Stützpunkttrainer in Ruhpolding tätig. Wie verlief der Einstieg in das Training und welche Schwerpunkte wurden im Training gelegt?
Für mich war es ein schneller Start, da ich bis Ende April noch Aufgaben für den ÖSV wahrzunehmen hatte, gleichzeitig aber bereits in die Planungen des DSV eingebunden war und das Training Anfang Mai beginnen sollte. Das konnte erreicht werden. Die Zusammenarbeit mit den Athleten hat nach dem ersten "Beschnuppern" sehr schnell gut funktioniert. Es ist eine sehr große Gruppe mit unterschiedlichen Ausgangspositionen, aber wir haben, denke ich, gut zusammengefunden und die Athleten sind sehr motiviert an die neue Saison herangegangen. Die ersten Schwerpunkte lagen beim Aufbau einer guten Grundlage mit allgemeinen Trainingsmitteln.

Welche Aufgaben haben Sie jetzt als Stützpunkttrainer und inwiefern gibt es Unterschiede zum Posten als Cheftrainer?
Als Trainer im Stützpunkt habe ich die Aufgabe die Athleten der Kader des DSV vor Ort mit Trainingsplanung zu versorgen und das Training durchzuführen. Darüber hinaus versuche ich mit den Trainern am Stützpunkt so gut wie möglich Kontakt zu halten und zu unterstützen wo ich kann. Im Unterschied zu einem Cheftrainer habe ich weniger mit den organisatorischen Abläufen rund um die Kaderathleten zu tun, bin aber sehr intensiv im täglichen Training eingebunden. Allerdings ist die Zahl der zu betreuenden Athleten in Ruhpolding so groß, wie in anderen Ländern eine gesamte Lehrgangsgruppe einer Nationalmannschaft.

Was bewog Sie zu einer Rückkehr zum DSV?
Als ich zum 2006 ÖSV ging, war über einen Zeitraum von zwei bis vier Jahren Zusammenarbeit gesprochen worden. Nun sind fünf Jahre daraus geworden und durchaus ein guter Zeitpunkt für eine neue Aufgabe. Die hat sich in Ruhpolding angeboten und das war für mich ein Angebot das mich gereizt hat.

Welche Erfahrungen konnten Sie beim ÖSV sammeln und auf welchen Weg sehen Sie die österreichischen Langläufer?
Auch wenn man glauben mag, dass Österreich sehr nah an Bayern ist, es war eine Auslandserfahrung. Die Strukturen sind im ÖSV einfach anders und der ÖSV ist, meiner Einschätzung nach, der am Besten strukturierte und organisierte Verband in Österreich, der erfolgreichste sowieso. Für eine Zeitspanne Teil dieses Verbandes sein zu dürfen war eine angenehme Erfahrung. Die Wertigkeiten sind dort auch klar vorgegeben und mit Alpin Damen und Herren, Skisprung, Biathlon und Nordischer Kombination als "Mitbewerber" um die Ressourcen, hat es der Langlauf nach 2006 in Österreich sehr schwer gehabt. Dabei wurde die Sparte Langlauf von der Führung des ÖSV sicher sehr gut unterstützt und alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um mit dem Langlauf wieder Fuß zu fassen. Der notwendige Neuaufbau dauert halt in einer sehr ausdauerorientierten Sportart einfach mehrere Jahre. Da, denke ich, ist ein Anfang gemacht und eine junge, motivierte Gruppe hat sich zumindest im OPA Continetalcup gut etabliert und ist auf dem Sprung dies in den Weltcup zu übertragen.

In ihrer Trainingsgruppe sind mit Daniel Heun und Josef Wenzl Sprinter, mit Andy Katz oder Lucas Bögl aber auch Distanzläufer. Gibt es Unterschiede in ihren Training?
Nach den ersten Gesprächen mit den "Sprintern" waren wir einig, dass die Grundlage enormen Anteil auch an der Sprintleistung hat. Insofern gibt es im Moment keine Unterschiede im Training. Das wirkt sich auch positiv auf das gemeinsame Training aus zu der, neben den genannten, auch Franz Göring und Jonas Dobler gehören. Dadurch ergeben sich im Training dynamische Prozesse, die die Qualität des Trainings steigern können. Zu den Herren kommt als Junior noch Daniel Herzog und die Damen Steffi Böhler, Denise Herrmann, Elisabeth Schicho und Vanessa Hinz.

Es trainieren Athleten aus vielen unterschiedlichen Bundesländern zusammen. Auch ist es auffällig dass bei Ihnen ausgerechnet die beiden Sprinter zusammen trainieren. Wie ist das zu erklären?
Josef Wenzl kommt aus dem bayerischen Wald und war schon zu meiner vorherigen Zeit beim DSV in der Trainingsgruppe. Ebenfalls schon zusammengearbeitet habe ich mit Stefanie Böhler. Sie sind also da heimisch. Dass sich die Konstellation mit Josef Wenzl und Daniel Heun ergeben hat ist, weil beide sprintorientiert sind. Ich habe den Stützpunkt einfach so übernommen wie ich ihn vorgenommen habe und versuche aus der Vielzahl unterschiedlicher Richtungen eine Konstellation in der Trainingsgruppe zu finden mit der alle ihren Fortschritt erreichen können. Es ergibt sich zum Teil auch aus Zugehörigkeit zur Behörde. Zum Beispiel sind Franz Göring und Daniel Heun Bundespolizisten, Andy Katz ist bei der Bundeswehr in Berchtesgaden. Diese Tatsache spricht dann auch dafür, dass sie am Ort bleiben.

Was würden Sie als Zielstellung für ihre einzelnen Athleten in der kommenden Saison herausgeben?
Hierzu würde ich gern noch ein paar Wochen Training absolvieren, um dann etwas mehr Hintergrundwissen für eine formulierte Zielstellung zu haben. Ich bitte um Verständnis an dieser Stelle keinen "Schnellschuss ins Blaue" abgeben zu wollen. Das gemeinsame Ziel muss sein, dass wir mit den Leistungen nach vorne kommen, die Stärken der einzelnen Athleten weiter ausbauen und an den Schwächen arbeiten.

Tobias Angerer absolviert einige Trainingslehrgänge gemeinsam mit Jens Filbrich und Axel Teichmann. Wie sieht sein Training nun aus und wie oft trainiert er noch mit in der Ruhpoldinger Trainingsgruppe?
Tobias Angerer hat mit Karl Zellner einen eigenen Trainer für sein Training. Er wollte das individuell auf seine Bedürfnisse abgestimmt haben. In einer Trainingsgruppe am Stützpunkt hätte er Kompromisse eingehen müssen. Nach seinen bisherigen Erfolgen ist klar, dass er sich auf höchstem Niveau bewegen möchte. Ich halte das für eine gute Entscheidung. Zudem ist Tobias immer über das Training am Stützpunkt informiert und kommt dazu, wenn es in sein Programm passt. Das ist unterschiedlich, im Schnitt dreimal pro Woche.

Welches Fazit ziehen Sie aus der bisherigen Leistungskontrolle sowie den Tests in der vergangenen Woche für ihre Sportler?
Beim GA- und Abbruchtest war ich durch die Bank weg zufrieden mit den angebotenen Leistungen der Athleten. Der Schubtest war jetzt erstmals neu in diesem Jahr, es wird versucht näher an eine Leistung im Gelände heranzukommen. Da müssen wir uns noch einmal anschauen wie gut das tatsächlich gelungen ist. Wir haben Grunddaten erhoben und da muss ich mich auf das verlassen was unser Trainingswissenschaftler Arnd Krause einschätzt. Im Herbst wird man dann sehen, welche Veränderungen sich ergeben haben.

Was hat sich im Schubtest genau verändert?
Der Schubtest war früher relativ gleichförmig angelegt. Man hat auf der drei Grad Stufe fünf Minuten geschoben, dann auf der fünf Grad Stufe drei Minuten. Das alles wurde dreimal wiederholt.
Nun hat man auf den ersten beiden Stufen im Schub etwa acht Minuten 30 Sekunden Belastung, aber dafür mit sehr viel größeren Unterschieden in der Steigung. Man wechselt also öfter zwischen null und neun Grad Anstieg bei den Herren sowie null und sieben Grad Anstieg bei den Damen. Das Laufband geht rauf und runter, es ist wie eine Berg- und Talfahrt. Durch die Änderung im Schubtest versucht man unterschiedliche Steigungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten abzufordern. Die Athleten müssen einen kurzen Anstieg mit der Armarbeit durchschieben, dann aber auch wieder auf eine Fläche mit hoher Geschwindigkeit umstellen. Das gab es vorher beim alten Schubtest so eben nicht.

Welchen Eindruck haben Sie von der Leistung ihrer Athleten beim heute absolvierten Crosslauf? Tobias Angerer kam auf das Podest, während speziell die Sprinter Daniel Heun und Josef Wenzl etwas weiter hinten landeten.
Tobi Angerer hat im Prinzip so viele persönliche Bestzeiten erreichte, dass man da immer sehr vorsichtig sein muss mit der Einschätzung. Aber rein vom äußerlichen her ist er einen guten Wettbewerb hier gelaufen. Man muss immer berücksichtigen, dass man sonst keinen Sprint im Vorfeld hatte und jetzt wird quasi eine Mini-Tourneebelastung simuliert. Für mein Empfinden ist er sehr gut gelaufen.
Die Sprinter Josef Wenzl und Daniel Heun haben sich schon etwas weiter hinten eingereiht heute. Ich kann einfach nur die Qualitäten auf der einen Seite hoch erhalten und das haben wir gesehen. Beide waren im A-Finale beim Skihallensprint, Josef hat es letztendlich dann auch gewonnen. Dass wir an der Ausdauer arbeiten müssen hat man auch bei den beiden in dem Dauerlauf gesehen, aber es ist nicht primär das Ziel aus den beiden 30 Kilometer-Läufer zu machen. Die Ausdauer soll angehoben werden und damit eine stabile Grundlage für den Sprint geschaffen werden, sie sollen vernünftig vorbereitet eingesetzt werden. Beides zu schaffen ist meiner Meinung nach schon sehr schwer.

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Zurück am Stützpunkt in Ruhpolding: Bernd Raupach (© LiVE-Wintersport.com)
Zurück am Stützpunkt in Ruhpolding: Bernd Raupach (© LiVE-Wintersport.com)


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