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SwissSki News: Neue Schanzen für St. Moritz? Projekt kommt im Herbst zur Abstimmung
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03.07.2013

SwissSki News: Neue Schanzen für St. Moritz? Projekt kommt im Herbst zur Abstimmung

Autor: SwissSki


St. Moritz soll wieder ein Zentrum des internationalen Skisprungs werden. Eine neue Olympiaschanze sowie drei kleineren Schanzen sollen ab Herbst 2015 Trainingslager und internationale Wettkämpfe bis hin zu Weltcups ermöglichen. Von den Projektkosten von 11.5 Millionen Franken soll die Gemeinde St. Moritz 8.2 Millionen übernehmen – die Stimmbürger entscheiden am 24. November.



«Wenn wir auch nach meiner Karriere noch Skisprung-Medaillen beklatschen wollen, brauchen wir wieder ein Zentrum, wo der Nachwuchs und die Elite im eigenen Land auf Schnee trainieren können», sagte Simon Ammann am Dienstag an einer Orientierungsversammlung der Gemeinde St. Moritz. «Schneesicherheit und schwache Winde machen St. Moritz zum optimalen Standort für eine Skisprunganlage; an kaum einem anderen Ort kann von Anfang November bis Ende März auf Schnee gesprungen werden.»



Die alte Olympiaschanze war Ende 2006 geschlossen worden. Am bisherigen Standort sollen nun eine neue Normalschanze «Hillsize 106» für Trainings und Wettkämpfe, eine neue Trainingsschanze «Hillsize 67» sowie renovierte Jugend-Schanzen über 47 und 17 Meter entstehen. «Unser Projekt nutzt so viel wie möglich von der bereits bestehenden Anlage – nur was nötig ist, wird neu gebaut», erklärt Florio Motti, Präsident der Schanzenkommission der Gemeinde St. Moritz. «Bereits haben nationale und internationale Mannschaften ihre Hoffnung geäussert, dass in St. Moritz bald wieder gesprungen werden kann.»



Touristische Effekte

Wenn eine Schanze auch touristische Effekte haben soll, muss sie Publizität über internationale Wettkämpfe erzeugen. Die Initianten haben sich deshalb das Ziel gesetzt, jeweils im Frühwinter eine Weltcupveranstaltung durchzuführen.



«Weltcup-Skispringen erreichen am Fernsehen etwa gleich viele Zuschauer, wie alpine Rennen. Ein Weltcup im November wäre deshalb ein wichtiger, weltweiter Publizitätsmotor zum Start der St. Moritzer Wintersaison», konstatiert Richard Diller, Präsident des Kur- und Verkehrsvereins St. Moritz. «Sport war schon immer eine Kernkompetenz des Engadins. Wettkämpfe auf der neuen Schanze zeigen der Welt Spitzensport in unserer unvergleichlichen Landschaft. Das hilft unserem Tourismus.»



Eine Zusage für einen Weltcup gibt es vor Baubeginn natürlich noch nicht, der Vorsitzende der dafür zuständigen FIS-Kalenderkommission, Mag. Paul Ganzenhuber, gibt sich aber optimistisch: «St. Moritz hat grosses Organisations-Know-how und einen sehr guten, schneesicheren Standort. Für einen Weltcup im Frühwinter ist der Ort prädestiniert.»



Bedeutung für den Nachwuchs

Der St. Moritzer Berni Schödler, Simon Ammanns langjähriger Coach und heute Disziplinenchef Skisprung bei Swiss-Ski, hofft ebenfalls auf ein «Ja» der St. Moritzer: «Die geplante Anlage ist ein vernünftiger Kompromiss zwischen Wünschbarem und Finanzierbarkeit und ein wichtiger Schritt in die Zukunft des Schweizer Skisprungsports. Sie würde sehr rasch wieder einem der wichtigsten, internationalen Trainingsorte werden.»



Neben der Elite zählt aber auch der Nachwuchs aus Graubünden und der ganzen Schweiz auf ein «Ja» der St. Moritzer: «Die St. Moritzer Olympiaschanze fehlt uns – wir brauchen eine Schweizer Trainingsanlage für junge Springer und Springerinnen aller Alters- und Stärkeklassen», ist der junge St. Moritzer Elitespringer Marco Grigoli überzeugt. «Würden die St. Moritzer «Nein» sagen, würden wir auch die kleinen Schanzen für die Schülerinnen und Schüler verlieren.»



Die Gesamtkosten für die vier Schanzen, einen Sessellift, ein Betriebsgebäude und einen Richterturm werden auf 11.5 Millionen Franken veranschlagt. Nach Abzug der Unterstützungsleistungen von Bund und Kanton beträgt der Kostenanteil der Gemeinde 8.2 Millionen Franken. Bei guten Schneeverhältnissen trägt der Betrieb seine Kosten selbst, in einem sehr schlechten Winter müsste die Gemeinde mit einem Betriebsdefizit von maximal 60'000 Franken rechnen. Der Entscheid über das Projekt fällt in der kommunalen Volksabstimmung vom kommenden 24. November.

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