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Österreich will Anti-Dopinggesetz bis zum Sommer
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08.03.2006

Österreich will Anti-Dopinggesetz bis zum Sommer

Autor: Kurt Brun


Österreich plant nach dem Doping-Skandal um Langlauftrainer Walter Mayer bei den Olympischen Winterspielen in Turin bis zum Sommer ein eigenes Anti-Dopinggesetz zu verabschieden.

Nach Medienberichten vom 4. März sollen ertappte Sportler allerdings - anders als in Italien - für ihr Vergehen nicht strafrechtlich verfolgt werden. «Die Sportler sollen nicht kriminalisiert werden», sagte Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer zu der Regierungsvorlage.

Diese Aussage bekräftig aber die Vermutung, dass es die Österreicher mit ihrem Gesetz nicht so ernst meinen, so quasi nach dem Motto: „man darf sich nicht erwischen lassen“. Klar ist doch, dass sich gedopte Athleten mit betrügerischen Methoden Vorteile verschaffen, die nicht nur ihre persönliche Leistung betreffen. Der Betrug mit Doping hat auch mit viel Geld zu tun. Sieger die mit unfairen Mittel ihren Triumph erkämpften geniessen grösseres Ansehen in der Sportwelt und können dadurch auch bessere Sponsorenverträge abschliessen. Nicht zu vergessen die Start- und Preisgelder die durch Betrug erschlichen werden.

Österreich plant mit dem neuen Gesetz, dass überführte Sportler künftig von der Sportförderung ausgeschlossen werden und eventuell die bis dahin erhaltene Förderungsmittel zurückzahlen müssen. Um über mögliche Dopingsünder zu urteilen, soll eine nationale Schiedsinstanz eingerichtet werden, bei der gesperrte Sportler Berufung einlegen können. Den Vorsitz dieser Schiedskommission soll ein Richter unter Mitwirkung eines Sportmediziners, eines Juristen und eines ehemaligen Spitzensportlers führen.

Als «flankierende Massnahmen» sind unter anderem die gezielte Dopingprävention bei der Trainerausbildung, der Einrichtung von Anti-Doping-Beauftragten bei den Fachverbänden, der Aufbau eines nationalen Informationsnetzes sowie der Einsatz von Sportpsychologen vorgesehen.

Der bereits bei Olympia 2002 wegen Doping Vergehen bis 2010 gesperrte Österreicher Walter Mayer war nach einer Doping-Razzia während der Winterspiele aus Turin geflohen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage wie ernst meinen es die Österreicher mit dem Dopinggesetzt, wenn ein gesperrter Dopingtrainer weiterhin beschäftigt worden ist ?



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