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Felix Poletti berichtet von den Skeleton Schweizermeisterschaften vom 6-7.Jan. in St.Moritz
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12.01.2007

Felix Poletti berichtet von den Skeleton Schweizermeisterschaften vom 6-7.Jan. in St.Moritz

Autor: Felix Poletti


Nach 3 Jahren Pause ohne Berichte aus meiner Hand, möchte ich wieder mal ein paar Zeilen schreiben.
Rückzug aus dem Spitzensport und sofort ist man(n) nicht mehr der schnellste…. Ebenso im Schreiben des Berichts. Deshalb ist er erst heute fertig geworden. Aber die Art und Weise passiert in alter Manier.

An der diesjährigen Schweizermeisterschaft der Herren - Elite am Samstag 6. 1. nehmen 10 Athleten teil.
Am Start sind:
· Gregor Stähli (2-facher Bronzemedaille Gewinner an den Olympischen Spielen)
· Dani Mächler (früher Startrakete – heute ist er auch in der Bahn bei den schnellsten)
· Pascal Oswald (jung schnell und sensationeller Hochspringer)
· Felix Poletti (Oldtimer im Starterfeld, seitdem Erich Graf nicht mehr antritt)
· Jürg Geiser (immer noch der gleiche wie früher, ausser dass er dieses Jahr als Titelbild auf der Broschüre steht. Das hat er glaub als Aktiver nie geschafft)
· Stevie Brügger (Ex Engadiner und wieder fit nach seinem letztjährigen Horse-shoe crash)
· Stefan Mörker (Nachwuchsfahrer)
· Philippe Wendel (der Allrounder und „Trudi Gerster“ des Skeletonsports)
· Lorenzo Buzzetti (der local)
· Reto Dübendorfer (hat als youngster noch viel Jahre vor sich im Skeletonsport).

Bei den Damen am Sonntag 7. 1. nehmen 7 Athletinnen teil. So viele Frauen sahen wir seit Jahren nicht mehr am Start.
· Maya Pedersen (Olympiasiegerin)
· Tanja Morel (Nummer zwei im Team)
· Jessica Kilian (Startcrack der Frauen)
· Michaela Pitsch (localgirl)
· Barbara Hosch (localgirl und im Aufwind)
· Jenifer Burkard (Newcomerin)
· Claudia Goetz (Europacup – Fahrerin).

Mit Pitsch und Burkard haben sich zwei Frauen von Cresta – Fahrern der sportlichen Form von Skeleton verschrieben. Man könnte bei den Damen auch bald ein Familienrennen organisieren. Immerhin habe Pedersen, Pitsch und Burkard zusammen 6 Kinder.


Obwohl der Anlass auf reiner Clubebene basiert, ist dieses Jahr doch anders. Das Interesse richtet sich ganz nach der kommenden WM Ende Januar. Deshalb steht das Resultat der SM nicht primär im Vordergrund für Stähli, Mächler, Pedersen und Morel. Lernen, verbessern und den Vorsprung halten bis zur WM, das ist das Ziel. Dahinter tummeln sich die anderen, zu denen ich auch gehöre. Wir versuchen hinter den Spitzencracks nicht ganz soooo schlecht auszuschauen….. Nicht einfach und manchmal ein bisschen frustrierend. Wenn man die Resultate im Weltcup liest: Platz 1 – 10 innert ein paar Sekundenbruchteilen, und wir???? Wir tuckern sekundenweise hinterher. Aber wie gesagt: Der Sport macht Freude und somit setzt sich wieder der Olympische Gedanke durch. Und welche Sportart zeigt an einem Anlass von 17 Teilnehmern gleich 2 Olympiamedaillengewinner und zwei weiteren Olympiateilnehmer?

Die Austragung mit dem Herrenanlass am Samstag und den Damen am Sonntag ist neu. Stevie wurde diese Änderung fast zum Verhängnis und verpasste das frühere offizielle Training um ein Haar.

Die Bahn präsentiert sich in sehr gutem Zustand. Wie das bei einer Natureisbahn so ist, ist halt die Bahn jedes Jahr ein ganz wenig anders zu fahren, auch wenn sie für den Laien immer gleich ausschaut. Es wunderbar zum fahren, aber nicht ganz einfach. Diese Tatsache ist super und ich merke, dass mir sechs Fahren nicht genügen, diese Probleme zu lösen. Im Hinblick auf die WM ist das von Vorteil, dort werden auch nicht mehr Trainingsfahrten angeboten und unsere Schweizer Athleten / -innen dürfen auch einmal einen Vorteil mitbringen für die Titelkämpfe.

Wetterbedingungen fast wie im Sommer. Knapp unter Null Grad präsentiert sich das Oberengadin. Ein Genuss für die Zuschauer, Bedenken bei den Bahnarbeitern.
Schon während den Trainingstagen gab es keine typischen Engadin – Temperaturen. Wir fuhren sozusagen mit Warmwetter-Material.

Die diesjährigen Schwierigkeiten beginnen schon beim ersten Anlehner. Einen Crash in die Wand ist einem fast gewiss, bis man auf die Idee kommt, den Schlitten mal mit der linken Kufe in der rechten Spur zu starten. Ok, tönt kompliziert – ist aber einfach.
Hat man den Anlehner hinter sich ohne Rempler, muss man sich auf dem Schlitten kämpfend Richtung „Wall“ bewegen. Geschafft, die Einfahrt zwar schlecht erwischt, der „1. Snake“ verlangt auch schon wieder Nerven. Nein, es klappt nicht wie gewollt! Man rutscht ab und fährt den „2. Snake“ nicht optimal. Der Fehler zieht sich gleich in den „Sunny“ rein, geschweige denn eine akzeptable Ausfahrt….. Zu spät in „Nash“ kleiner Streifer vor dem „Dixon“ und jetzt kurz aufschnaufen. Die Angst den Schlag links vor dem „horse-shoe“ zu erwischen ist gross. Aber die Angst ist unbegründet, der Schlag ist erfolgt. Die Einfahrt in den „horse-shoe“ natürlich nicht wie geplant, der Schlitten muss mit aller Kraft nach oben gelenkt werden, mit der Hoffnung so nahe wie möglich an die obere Bretterabschrankung zu kommen. Aber eben, ohne Nackenmuskulatur erfolgt auch dieses Manöver blind. Ausfahrt oder Auswurf aus dem „Horse-shoe“ ist sekundenbruchteile später die Frage. Und noch einen Wimpernschlag später spürt man das Resultat der nicht optimalen Einfahrt an der linken Schulter. Aber wie gesagt, im Skeleton geht es ja darum einen Fehler weniger zu machen als der andere. „Telephone“, „Shamrock“ und „Devils Dike“ gehen super, „Namless“ wird ebenfalls easy genommen. Einfahrt „Tree“ leicht verpasst, knapp der Bankina entlang in „Bridge“, der Kopf drückt unter der gnadenlos wirkenden physikalischen Kräften runter Richtung Erdmittelpunkt, die Geschwindigkeit steigt. Unter der Brücke durch, „Leap“ und „Sachs“ gut im Griff. Mit Fullspeed (die Top Leute mit über 130 km/h) hinunter zur Martineau.


Jetzt wird das Hirn nochmals richtig an die Helmschale gedrückt und der Helm gegen das Eis. Einlenken, laufen lassen aussteuern. Wenn das richtig klappt, dann bleibt der linke Arm von starken Prellungen verschont und der Anzug ganz. Na ja, in dieser Situation wünschte man sich tatsächlich in einem Bob zu sitzen und eine schützende Schale zwischen Bankina und Oberkörper zu haben. Im Schlussspurt weiter zur „Portago“ hoch und nochmals so richtig gegen die linke Bande knallen. Das ist das Zeichen, dass man das Ziel passiert hat und sich nun mächtig aufregen darf im Auslauf über die verbockte Fahrt. Man schiesst zum Zielhaus hoch (OK, gewisse Leute tuckern eher) und liest seine Endzeit. Doch nicht soooo übel, trotz dieser misslichen Fahrt. Happy unten zu sein und wieder auf die Traumhafte Engadiner Landschaft schauen zu dürfen, entschädigen einem schnell für die kassierten Schläge währen den letzten 73 Sekunden.
Diese Bahnerlebnisse treffen sicher auf das Mittelfeld zu, die Topleute bleiben von diesen Kontaktfreudigen Fahren mehrheitlich verschont.
Trotz dieser schlagenden Erfahrungen gibt es einfach nur ein Ziel! So bald als möglich die nächste Fahrt machen auf der schönsten Bobbahn der Welt.

Der zweite Lauf verläuft nicht gross anders, einzig die fehlende Kondition macht sich noch mehr bemerkbar. Man merkt einfach, dass man(n) doch nicht mehr der Jüngste ist…..
Zurück am Start sieht man wieder die eindrückliche Menge Zuschauer. Wir Skeletonfahrer verdrängen die Tatsache, dass diese Leute wegen den Bobfahrern hier sind. Aber wir geniessen die Menschenmenge entlang der Bahn und sind stolz, dass wir unser Rennen vor einem solchen Publikum zeigen können.

Wenn ich persönlich Bilanz ziehe von dieser Schweizermeisterschaft, dann kann ich folgendes sagen: Ich bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen und ich bin überrascht wie weit man von den Spitzencracks entfernt ist. Welten sind das geworden.
Die Favoriten setzen sich durch und zeigen ihre Formstärke in aller Deutlichkeit.
Was aber auch noch zu erwähnen ist: Es ist doch echt schön im Teilnehmerfeld der weltbesten Skeletonathleten / -innen dabei zu sein. So werden noch mehr Erinnerungen an früher wach und der Tag wird definitiv zum „perfect day“.

Nach diesen Race-days bin ich überzeugt, dass Gregor Stähli, Dani Mächler, Maya Pedersen und Tanja Morel der Skeletonwelt zeigen werden, dass man brutal kämpfen muss um an ihnen vorbei zu kommen. Und auch die Konkurrenz wird einschlägige Erfahrungen machen müssen auf den 1800 m von St. Moritz nach Celerina.


Das Schlussklassement der Herren sieht folgendermassen aus:

Totalzeit Laufzeit 1. + 2. Lauf
1. Stähli Gregor 2.18.77 1 + 1
2. Mächler Dani + 1.43 s 2 + 2
3. Oswald Pascal + 2.47 s 3 + 3
4. Poletti Felix + 5.02 s 4 + 4
5. Geiser Jürg + 6.06 s 6 + 5
6. Brügger Stevie + 6.27 s 5 + 7
7. Mörker Stefan + 6.45 s 7 + 6
8. Wendel Philippe + 7.56 s 8 + 8
9. Buzzetti Lorenzo + 14.80 s 10 + 9
10. Dübendorfer Reto 9

Das Schlussklassement der Damen sieht folgendermassen aus:

Laufzeit 1. + 2. Lauf
1. Pedersen Maya 2.21.75 1 + 1
2. Morel Tanja + 2.54 s 2 + 2
3. Kilian Jessica + 6.36 s 4 + 3
4. Pitsch Michaela + 7.34 s 3 + 4
5. Hosch Barbara + 10.99 s 5 + 5
6. Burkard Jenifer + 14.05 s 6 + 6
7. Götz Claudia + 14.93 s 7 + 7

Die Daten der nächsten Rennen sind:
Donnerstag 25. Januar St. Moritz SUI Weltmeisterschaft Damen
Freitag 26. Januar St. Moritz SUI Weltmeisterschaft Damen
Freitag 26. Januar St. Moritz SUI Weltmeisterschaft Herren
Samstag 27. Januar St. Moritz SUI Weltmeisterschaft Herren
Donnerstag 1. Februar St. Moritz SUI Weltmeisterschaft Kombirennen

Weitere gute Infos findet ihr auf:
· www.sbsv.ch
· www.skeletonsport.com


Mit sportlichen Grüssen
Skeletonfahrer und
Vizepräsident Skeleton SBSV
Felix Poletti


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