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Spezial-Interview mit Jochen Behle, Teil 1: "Um Längen ihren Altersgenossinnen voraus"
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18.04.2009

Spezial-Interview mit Jochen Behle, Teil 1: "Um Längen ihren Altersgenossinnen voraus"

Info: Weitere Sportlerinterviews
Autor: Johann Reinhardt


Per Telefon beantwortete Jochen Behle, welcher seit 2002 Bundestrainer der Deutschen Langläufer ist, LiVE-Wintersport alle Fragen rund um die Saison 2008/2009. Im ersten Teil des Interviews schaut der in Korbach (Hessen) geborene und in Schwalefeld lebende frühere Langläufer auf die Herren, die Junioren, Miriam Gössner sowie die restlichen Damen zurück.

In der ersten Saisonhälfte und bei der Tour de Ski war Axel Teichmann ihr bester Athlet. Haben Sie das so erwartet?

In der Gesamtwertung hinten heraus eigentlich nicht unbedingt. Ich habe auch nicht zu 100 Prozent damit gerechnet, dass der Axel die gesamte Tour zu Ende läuft. Er ist vom Typus her einer, dem es relativ schwer fällt sich entsprechend für so aufeinander folgende Belastungen zu motivieren. Letztendlich hat er es hervorragend umgesetzt. Am Ende war er nun mal unser Athlet der in den vorderen Bereichen war. Wir hatten ja viele Krankheiten und Verletzungen in der Zeit, sodass wir froh waren, dass eben der Axel das in der Form auch umgesetzt hat. Dies war aber nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

Tobias Angerer war in der letzten Saisonhälfte ihr bester Athlet. Davon war auch auszugehen, sobald er wieder richtig fitt geworden war…

Ja…Ich glaube er hat das ganze Jahr gezeigt, dass er auf dem richtigen Weg ist. Vor allem für uns jetzt vom Training her gesehen. Er hat eine ordentliche Trainingssaison hinter sich gehabt und hat entsprechende Leistungen auch angeboten im Vorfeld. Er ist aber durch seine Krankheiten immer wieder zurück geworfen wurden, sodass er eigentlich nicht das zeigen konnte, was er wirklich kann. Mit dem, dass er dann wieder gesund wurde, war schon davon auszugehen, dass er entsprechend das noch mal umsetzt. Die Basis war da. Ab der zweiten Saisonhälfte bzw. ab Mitte der Saison gehörte der Tobi, denke ich, zu den besten überhaupt was auch den gesamten Weltcup angeht.


Am morgigen Sonntag: Teil 2 u.a. mit Ausblick auf die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver, seine Aufgaben als Bundestrainer und das Sommertraining



Die Tour de Ski bestritten in ihrem Team junge Athleten wie Philipp Marschall oder Tim Tscharnke. Bei den Deutschen Meisterschaften zeigte Daniel Heun ansprechende Leistungen. Ist mit denen in den nächsten Jahren auch zu rechnen?

Wenn wir das alles so wüssten…wir hoffen das. Wir müssen schon mal davon ausgehen, dass ein erster Schritt gemacht ist in diese Richtung bei diesen Leuten. Es müssen aber noch einige Schritte werden, um dann da anzukommen wo wir uns das dann auch vorstellen. Es ist sicherlich nicht so einfach für diese jungen Athleten da Fuß zu fassen. Der Weltcup ist ein schweres Feld. Aber andere Nationen oder andere Läufer wie zum Beispiel Northug oder Cologna zeigen ja, dass es möglich ist. Also müssen wir das auch weiterhin die Anstrengung unternehmen, mit diesen jungen Leuten den Sprung nach oben zu schaffen. Ich denke, dass der Tim Tscharnke einer von denen ist. Er hat das Zeug dazu. Der Philipp Marschall hat in diesem Jahr nicht so unbedingt das umgesetzt, was wir uns vorgestellt haben, nachdem er ja letztes Jahr Juniorenweltmeister war. Aber trotzdem glaube ich, dass wir im männlichen Bereich, was den Nachwuchs angeht, nicht unbedingt düster in die Zukunft schauen müssen.

Miriam Gössner beeindruckte bei der WM. Wird sie das nächste Jahr beim Langlauf bleiben?

Es ist ja so, dass sie Biathletin ist. Wir waren sehr froh, dass wir sie einsetzen konnten. Sie hat, denke ich, letztendlich den Grundstein für eine Medaille in der Staffel gelegt mit ihrer hervorragenden Leistung. Was uns natürlich auch zu denken geben muss, dass da eine Juniorin (egal ob jetzt Biathlon oder nicht), den Altersgenossinnen die wir haben im Langlauf doch um Längen voraus ist. Miriam startet vom Alter her das erste Jahr bei den Juniorinnen. Daran müssen wir noch arbeiten. Wir sind natürlich froh, dass wir sie hatten auf der einen Seite. Ich gehe mal davon aus, dass sie jetzt erstmal ihr Training ganz normal weiter macht. Sie war ja ganz gut vorbereitet auf die WM von ihren Trainern. Das kann man ja deutlich so sagen. Warum soll man da dann noch etwas daran ändern? Aber wir hoffen natürlich, dass wir bei den einen oder anderen Wettkampf, speziell bei Olympia, noch mal auf die Miriam zurückgreifen können. Es ist ja alles dort in einem sehr engen Gelände. Es wird schwer sich für die Miriam im Biathlonbereich zu qualifizieren, weil dort die Konkurrenz natürlich noch mal größer ist. Aber letztendlich hoffen wir schon, sie das eine oder andere Mal noch einsetzen zu können, denn wir könnten sie gebrauchen.

Die restlichen Damen zeigten teilweise ihr Potenzial, waren aber zu unkonstant. Was halten Sie davon?

Wir können damit letztendlich nicht zufrieden sein. Da haben wir schon andere Vorstellungen von dem was sie können und was sie ja auch in der Vergangenheit zum Teil schon geleistet haben. Dass das mehr ist wie das was in diesem Jahr zu Buche steht sieht jeder. Es ist auch relativ einfach zu sehen. Dass eine Evi zum Beispiel nicht damit zufrieden sein kann Plätze zwischen zehn und fünfzehn zu machen. Das sind eben zu wenig fordere Platzierungen und wir reden von Podestplätzen. Da hat letztendlich, wenn man mal die zwei Prologe von der Claudia nimmt die sie gewonnen hat, nur die Steffi Böhler einen Medaillenplatz oder Podestplatz gehabt. Das ist zu wenig, zumal Prologe keine Olympischen Disziplinen oder WM-Disziplinen sind. Da müssen wir dran arbeiten. Da hat es ja auch noch eine Veränderung gegeben im Trainersektor und jetzt schauen wir mal, wie das im Hinblick auf Olympia im nächsten Jahr mit neuen Kennzahlen, das heißt wir werden trainingsmäßig zulegen, aussieht.

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Jochen Behle
Jochen Behle

Jochen Behle mit einer seiner Athletinnen
Jochen Behle mit einer seiner Athletinnen


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