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Ein kanadisches Eiskunstlauf-Märchen: Virtue/Moir holen erstes Eistanz-Gold für ihr Land
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23.02.2010

Ein kanadisches Eiskunstlauf-Märchen: Virtue/Moir holen erstes Eistanz-Gold für ihr Land

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Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)
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Vancouver, 23.02.10 - In der Kür der Eistänzer gab es praktisch keine Veränderungen bei den Platzierungen mehr – auch nicht unter den Top drei. Und so kam es dazu, dass Tessa Virtue und Scott Moir das erste olympische Eistanz-Gold für Kanada holten, noch dazu im eigenen Land. Die Weltmeisterschaftsdritten des vergangenen Jahres siegten mit einem recht deutlichen Abstand von 6 Punkten vor den US-Amerikanern Meryl Davis und Charlie White sowie mit 14 Punkten Differenz zu den russischen Weltmeistern Oksana Domnina und Maxim Shabalin.

Virtue/Moir mit bravouröser Leistung. Jubel bei den Gastgebern
Endlich ist sie da – die lang ersehnte Goldmedaille, die dem Eiskunstlauf-begeisterten Kanada trotz seiner in den vergangenen Jahren so zahlreichen Top-Athleten bislang erst zwei Mal (1948 bei den Damen, 2002 im Paarlauf) vergönnt war. Bedanken können sich die Gastgeber dieser Spiele dafür bei den mehrfachen Eistanz-Landesmeistern Tessa Virtue und Scott Moir, die schon nach dem Originaltanz in Führung gegangen waren und ihre Spitzenposition mit einer alles überstrahlenden Kür zu Auszügen aus Gustav Mahlers fünfter Symphonie souverän verteidigten. Außer bei der Schrittfolgen erhielten die Juniorenweltmeister von 2006 und Four-Continents-Meister von 2008 in allen Elementen den begehrten Level 4. Vor allem ihre Hebungen waren spektakulär und ihre Twizzles einfach makellos. Auch bei den Programmkomponenten hielten die Preisrichter nicht zurück: Zwei von ihnen vergaben die 10, die höchste Punktzahl, für Ausführung und Timing – eine ebenso seltene Angelegenheit wie sie im alten Bewertungssystem die berühmte 6,0 war. 110.42 Punkte für die Kür ergaben zusammen mit der Vorarbeit aus CD und OD den stolzen Wert von 221.57 Punkten. Virtue und Moir sind erst 20 und 22 Jahre alt – sie starten bei ihren ersten olympischen Spielen von 0 auf 100 durch.

Auch Silber geht an Nordamerika. Voller Erfolg für Trainergespann
Nachdem olympisches Gold im Eistanzen bislang immer nur an europäische Sportler gegangen war, lagen heuer gleich zwei nordamerikanische Paare auf den ersten beiden Positionen, denn hinter den kanadischen Siegern bestätigten die US-amerikanischen Meister Meryl Davis und Charlie White ihren zweiten Platz aus dem Originaltanz. Mit 23 und 22 Jahren gehören auch sie einer jungen, neuen Generation des Eistanzens an. Die Gewinner des Cup of Russia, der NHK-Trophy und des Grand-Prix-Finals mussten als Erste in der letzten Startgruppe antreten und überzeugten auf ganzer Linie mit ihrer ausdrucksstarken Interpretation des „Phantoms der Oper“. Mit ihrem technischen Inhalt, der ebenfalls fast nur 4er-Levels umfasste, kamen sie fast an Virtue/Moir heran, doch ihr Rückstand aus dem OD und die Programmkomponenten gaben den Ausschlag, zumal sie mit einer zu lang andauernden Hebung einen Zähler fahrlässig herschenkten. Dennoch bedeuteten 107.19 Punkte in der Kür und 215.74 Punkte insgesamt eine silbern glänzende Medaille für das US-Paar, das übrigens – nicht uninteressantes Detail am Rande – von denselben Trainern (Igor Shpilband, Marina Zueva) betreut wird wie die Olympiasieger.

Russland erscheint trotz Bronzemedaille auf der Verliererseite
Europa in Gestalt von Russland musste sich diesmal mit Rang drei und Bronze zufriedengeben. Die Welt- und Europameister Oksana Domnina und Maxim Shabalin waren nach Platz eins im Pflichttanz schon im OD auf drei zurückgefallen und konnten sich auch mit ihrer Kür zu Filmmusik aus „La Double Vie de Véronique“ nicht mehr verbessern. Ihre Interpretation war ansprechend und zeichnete sich vor allem durch schöne Hebefiguren aus, doch fielen sie gerade im technischen Wert auffallend gegenüber der Konkurrenz ab. Ihre Serpentinen-Schrittfolge erhielt gar nur Level 2. Zusammen mit den ebenfalls geringeren Programmkomponenten sprangen 101.04 für die Kür und 207.64 insgesamt heraus, womit die angestrebte Goldmedaille erheblich verfehlt wurde. Die 25 und 28 Jahre alten mehrfachen russischen Meister, die vor vier Jahren in Turin Rang neun erreicht hatten, werden sich nun wohl auf die Verteidigung ihres WM-Titels konzentrieren. Da ihr Heimatverband keine Einzelläuferin mit Medaillenchancen am Start hat, ist es somit praktisch schon vor dem letzten Wettbewerb amtlich, dass Russland zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert im Eiskunstlauf ohne Spitzenplatz bleibt und man überhaupt nur zwei Medaillen mit nach Hause nimmt. Auch im Eistanzen hatten russische bzw. sowjetische Paare seit Einführung der Disziplin im Jahre 1976 außer in Sarajevo und in Salt Lake City immer gesiegt.

Top 10 in der Kür festgezurrt
Auch den ersten Rang hinter den Medaillen belegte ein Paar aus Nordamerika, die dreimaligen Vier-Kontinente-Meister Tanith Belbin und Benjamin Agosto aus den USA, die somit zwei Plätze schlechter abschnitten als in Turin, wo sie Silber gewannen. Die 25-Jährige, übrigens eine gebürtige Kanadierin, und ihr 28 Jahre alter Partner, erhielten exakt denselben technischen Wert wie Domnina/Shabalin; Probleme hatten sie vor allem bei den Twizzles. Allgemein blieb ihre sehr lyrische Darbietung zu „Ave Maria“ 1,3 Punkte hinter der Kür der Russen zurück, sodass die zweifachen Grand-Prix-Sieger (Cup of China und Skate America) mit einer Gesamtpunktzahl von 203.07 Edelmetall deutlich verpassten.
Auch auf allen anderen Top 10-Positionen – genauer gesagt bis hin zur 13. Position – gab es durch die Kür keine Veränderungen mehr. Die italienischen Vize-Europameister Federica Faiella und Massimo Scali wurden Fünfte (199.17 Punkte), deutlich vor den ehemaligen Weltmeistern Isabelle Delobel und Olivier Schoenfelder aus Frankreich, die nach einer Verletzungs- und einer Schwangerschaftspause erst zu Olympia wieder aufs Eis zurückgekehrt waren und eigenen Angaben zufolge in Vancouver ihren letzten Wettkampf bestritten (193.73 Punkte). Ihre Landsleute Pechalat/Bourzat erreichten Rang sieben (190.49), die Geschwister Kerr aus Großbritannien behaupteten Position 8 (186.01), obgleich sie nur die neunte Kür liefen. Die ehemaligen Europameister Khokhlova/Novitzki aus Russland waren besser in der Kür, blieben aber auf Rang 9 (185.86), ebenso wie die israelischen Geschwister Zaretsky auf 10 (180.26). Eine deutliche Verbesserung gelang noch dem zweiten kanadischen Paar Crone/Poirier (von 17 auf 14), während die Ukrainer Zadorozhniuk/Verbillo von 13 auf 16 fielen.

Deutsches Paar auf Rang 18 von 23
Die deutschen Meister Christina und William Beier beenden ihre ersten und aller Voraussicht nach letzten olympischen Spiele auf Rang 18. Die 25-Jährige und ihr 2 Jahre älterer Bruder, der offenbar immer noch von seiner Trainingsverletzung vor einigen Tagen beeinträchtigt war, liefen eine solide Kür zu Klängen aus Beethoven-Symphonien, bauten aber bei der Hebedrehung einen groben Patzer ein, sodass eine Verbesserung gegenüber dem Originaltanz nicht mehr drin war. Für die beiden gebürtigen Philippiner ist die Saison damit praktisch beendet, denn zur Weltmeisterschaft werden an ihrer statt die Geschwister Carolina und Daniel Hermann reisen.

Einen Wettbewerb hat der Eiskunstlauf in Vancouver noch zu bieten: die Damen-Konkurrenz. Zunächst steht natürlich das Kurzprogramm an, kommende Nacht 1:30 Uhr unserer Zeit bzw. heute Nachmittag 16:30 Uhr Ortszeit.

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