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Großes Interview mit Jochen Behle, Teil 2: "Das ist der Unterschied zum Fußball"
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27.05.2010

Großes Interview mit Jochen Behle, Teil 2: "Das ist der Unterschied zum Fußball"

Info: Weitere Sportlerinterviews und Terminplan
Autor: Johann Reinhardt


Nachdem wir bereits am Montag Teil eins des Interviews mit Jochen Behle veröffentlichten, folgt heute Teil zwei mit dem DSV-Chefcoach. Themen sind unter anderem Markus Cramer, der neue Trainer im Jugendbereich, die Ziele und Pläne in der nächsten Saison und der Unterschied zum Fußball. Behle berichtet außerdem über seine Aufgaben nach Saisonende und den Start des Sommertrainings.


Großes Interview mit Jochen Behle: Teil 1 (24.05.) | Teil 2 (27.05.)


Mit Markus Cramer haben Sie einen neuen Cheftrainer im Jugendbereich. Was erhoffen Sie sich von ihm?
Ich bin in den letzten Jahren nicht so ganz glücklich gewesen mit der Situation des Nachwuchses, wo wir keinen übergeordneten Verantwortlichen für den sportlichen Bereich hatten. In der Gruppierung C und D, das heißt Continental Cup und dann natürlich eben bei diesen jüngeren Leuten, haben wir mit dem Markus wieder einen erfahrenen Mann in dieser Richtung. Mit ihm kooperiere ich selber auch sehr gut, sodass wir auch hoffen eine Linie von oben nach unten bis in die Stützpunkte hinein durchziehen zu können. Von daher bin ich jetzt eigentlich ganz froh, dass ich den Markus an dieser Stelle wieder habe und wir ihn zurück gewinnen konnten.

Wie Weltmeisterschaften in Oslo werden in der nächsten Saison sicherlich wieder ein Höhepunkt sein. Wird die Tour de Ski wieder hinten dran stehen?
Ja, das ist richtig. Olympia ist noch einmal etwas anderes als eine WM, aber die WM ist im nächsten Jahr auch wieder ein Schlüsselwettkampf. Das zweite Großereignis wird die Tour de Ski sein. Da müssen wir erstmal sehen, wo sie denn dann stattfindet. Das ist noch gar nicht so hundertprozentig geklärt. Wenn das dann alles einmal klar ist, machen wir uns auch konkretere Gedanken in wie weit wir die Tour de Ski wichtig nehmen. Fakt ist auf jeden Fall: wenn man eine Tour de Ski angeht, dann muss man gesund sein, eine entsprechende Form haben und auch im Weltcupbereich hier und da was auslassen. Das ist eine Sache, die wir noch nicht entschieden haben. Da warten wir ab, bis die konkrete Entscheidung der Wettkämpfe der Tour de Ski feststeht.

Haben Sie Einblick, welche Orte zu Debatte stehen?
Zur Debatte stehen natürlich Oberhof und auch Oberstdorf. Vier Veranstaltungen im deutschen Bereich, das denkt sich zumindest die FIS. Das alles ist aber mit Fernsehveträgen noch gar nicht abgesichert von Seiten der Deutschen. Von daher ist das noch ein offenes Feld. Wir haben Anfang Juni den FIS Kongress in Antalya in der Türkei und ich denke, dass letztendlich da dann auch alles entschieden wird.

Die Sportler hatten nach Saisonende frei. Wir sah es bei ihnen aus?
Für mich ist es natürlich nach einer Olympiasaison immer nicht so einfach, weil erstmal kommen die ganzen Analysen. Dort muss man sich die neue Richtung für die nächsten vier Jahre ausdenken. Die konkrete Planung der kommenden Saison hat Vorrang gehabt, sodass für mich April eigentlich immer der Planungsmonat ist. Der etwas ruhigere Monat ist der Mai, wo dir Sportler gerade wieder anfangen zu trainieren und das die Stützpunkttrainer entsprechend auch begleiten, sodass ich jetzt eigentlich eher einmal ruhigere Tage hatte.

Was machen Sie an den ruhigeren Tagen?
Es sind natürlich immer wieder Gespräche und ein paar Termine, die ich wahrnehmen muss. Ich bin auch noch einmal eine Woche in den Urlaub gegangen und es ist auch so, dass ich gerne bei einem Golfspiel mitmache. Das Wetter wird auch hoffentlich wieder so, dass man wieder ordentlich Gold spielen kann und man ein wenig Abwechslung hat.

Wieviel mach ein ordentliches Wachs im Langlauf aus?
Das ist schwierig zu sagen. Ein gut trainierter Sportler wird seinen Erfolg nicht erzielen, wenn er nicht ein gutes Material unter den Füßen hat. Umgekehrt ist es genauso. Wenn man gutes Material hat, hat aber die Form nicht dafür, wird man auch nichts gewinnen. Also muss es beides passen und aufeinander abgestimmt sein. Dass man nicht in jeden Wettkampf erwarten kann, dass ein Sportler eine Höchstleistung bringt ist klar. Genauso ist es auch mit dem Material. Man kann natürlich nicht in jedem Wettkampf erwarten, das Top-Material zu haben. Dafür ist das Feld denke ich auch viel zu schwierig geworden, als das man das ständig beherrschen würde. Es wird immer Thema sein und deswegen legen wir auch sehr viel Wert auf den Materialsektor.

Wie verläuft das Wachsen? Auf was muss man als Wachser achten?
Das kann man glaube ich so in zwei Sätzen nicht erklären. Das ist ein sehr komplexes Feld, aber achten muss man auf alles. Wir haben da auch Wetteraufzeichnungen die auch vor Ort laufen, sodass man zum Beispiel bei Weltcups wenn man zwei oder drei Tage vorher da ist schon einmal die Entwicklung immer abwartet. Wann wird es warm, wie ist die Sonneneinstrahlung, wann kommt was – das muss man alles beobachten. Es müssen die Testzeiten entsprechend zu den Wettkampfzeiten gelegt werden. Das hat alles damit zutun. Also da müssen sie schon viele Komponenten beachten und eben Erfahrung.

Es beginnt das Sommertraining wieder. Wann werden Leistungskontrollen und Trainingslager anstehen?
Es gibt wieder zwei Leistungsdiagnostiken. Eine ist am 17. und 18. Juli und die zweite inklusive des Sprints wird vom 30. September bis zum 3. Oktober sein. Ansonsten wird am Anfang ein wenig gesplittet gearbeitet. Das heißt nicht alle Gruppen, Damen und Herren, gehen zusammen auf Maßnahmen. Das wechselt ein bisschen ab. Wir haben dann auch noch den Termin in Lorsch bzw. Bürstadt. In Kombination mit dem Biathlon-Bereich haben wir da auch wieder den Wettkampf Langlauf meets Biathlon, so sagt man da dazu. Und ansonsten gibt es die üblichen Lehrgänge, die wir in der Vergangenheit auch hatten.

Welche anderen Sportarten trainiert ein Sportler in welchen Umfängen?
Jetzt ist natürlich am Anfang erstmal wieder der Ausdauerbereich gefragt und das vielseitige Training. Das gehört Mountainbike und Rennrad dazu und alles was man sich im Prinzip denken kann, Krafttraining natürlich auch. Dies auch schon Anfang Mai in der frühen Phase. Je mehr hinten heraus das Training zunimmt im Umfangbereich muss man sehen, dass man die Kraft dann auch hat und erhält. Das sind eigentlich die Maßnahmen, die ein Sportler jetzt momentan hat. Viel Bewegung, Beweglichkeit und Geschmeidigkeit. Also ist es ein sehr vielseitiges Training, gerade jetzt in dieser Phase.

Wie ist das erklärbar. Sieben Monate Training für vier Monate Wettkampf?
Das ist der Unterschied zum Fußball. Die machen drei Wochen Vorbereitung für ein restliches Jahr und sind dann der Meinung, sie wären fit. Das ist der Unterschied bei uns. Wenn das so wäre bei uns, würden wir es gerne machen. Aber ich glaube bei der Ausdauersportart die wir betreiben, brauch man einfach die Basis über diesen Trainingsbereich mindestens ein halbes Jahr, wo man sich dann auf die Saison vorbereitet. Wie man so schön sagt als Bauer. Was man im Sommer nicht säht, das wird man im Sommer auch nicht ernten.

Wir bedanken uns bei Jochen Behle für das Interview und wünschen ihm und seinen Athleten viel Erfolg für den Sommer sowie die kommende Saison.

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Jochen Behle
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