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Eiskunstlauf-EM: Kostner und Plushenko erweitern ihre Goldmedaillen-Sammlung
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30.01.2012

Eiskunstlauf-EM: Kostner und Plushenko erweitern ihre Goldmedaillen-Sammlung

Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.) - Gastautorin von LiVE-Radsport.com
EVENT | Ergebnis | Liveticker

Sheffield, 30.01.2012 – Mit der Kür der Herren und der Kür der Damen ist die Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Sheffield am Samstag zu Ende gegangen. Die beiden Titelträger sind zwei alte Bekannte: Die 24-jährige Italienerin Carolina Kostner holte ihr insgesamt viertes EM-Gold, sehr souverän vor der Finnin Kiira Korpi und der Georgierin Elene Gedevanishvili. Der 29-jährige russische Superstar Evgeni Plushenko, der nach zwei Jahren im Ruhestand ein Comeback gestartet hatte, lief zu seinem siebten EM-Titel. Sein Landsmann Artur Gachinski, nach dem Kurzprogramm noch in Führung gelegen, musste sich mit Silber begnügen; Vorjahressieger Florent Amodio aus Frankreich freute sich über Bronze.

Reminiszenz an ein Jahrzehnt absoluter Dominanz
Zwölf Jahre liegen zwischen Evgeni Plushenkos erstem und seinem nunmehr siebten Europameistertitel. Zwei Jahre liegen zwischen dem letzten Titel vor seinem Rückzug und seinem jetzigen erfolgreichen Comeback. Zwei Jahre, in denen sich ein neuer „King on Ice“ hätte etablieren können, was aber nicht geschehen ist. Zumindest nicht in Europa. Deswegen kann der 29-jährige St. Petersburger scheinbar nahtlos dort weitermachen, wo er aufgehört hat. Nicht nur brachte er den EM-Sieg unter Dach und Fach, sondern er stellte auch eine neue persönliche Bestnote auf: 261,23 Punkte insgesamt. Plushenko zeigte einen vierfachen Toeloop und zwei dreifache Axel, einen davon in Kombination, aber: Es musste kein technisches Feuerwerk sein, wie er es früher so gerne abbrannte, wie es seine Knie heute aber nicht mehr zulassen – in Sheffield verzückte er vor allem mit der Präzision seiner Elemente, mit der Raffinesse seiner Schrittpassagen, durch das Spiel mit dem Publikum, durch jene Mischung aus hochmütiger Arroganz und schelmischer Selbstironie, die er wie kein anderer beherrscht. „Wen nennt Ihr hier alt?“ schien sein Minenspiel zu bedeuten, als er den fulminanten Schlusspunkt zum Tango aus „Moulin Rouge“ gesetzt hatte. Bei der WM wird er aller Voraussicht nach nicht antreten – die Konkurrenz aus Übersee und Japan würde ihm im wahrsten Sinne des Wortes „davonspringen“ -, aber in der Motorpoint Arena war es noch einmal wie zu seinen besten Zeiten.

Fernandez enttäuschend, Amodio stark. Van der Perren sagt Adieu
Auch deswegen weil die anderen schwächelten. Der hoch gehandelte Spanier Javier Fernandez stand zwar sowohl den vierfachen Toeloop wie den vierfachen Salchow, danach aber lief nicht mehr viel zusammen, sodass er von vier auf sechs zurückfiel. Der Tscheche Tomas Verner, Europameister von 2008 und Drittplatzierter nach dem Kurzprogramm, hatte Schwierigkeiten beim vierfachen Toeloop und beim dreifachen Axel und ging als Fünfter ebenfalls ohne Medaille nach Hause. Brian Joubert schaffte mit einer Wiederauflage seiner Paradekür zur Filmmusik aus „Matrix“ zwar eine leichte Verbesserung, aber mit einem katastrophalen Kurzprogramm hatte er sich schon zuvor jeder Hoffnung aufs Podium beraubt. Der Franzose, der nur noch ein Schatten seiner selbst scheint, wurde Achter und bleibt damit erstmals ohne Medaille bei einer EM. Sein Landsmann Florent Amodio, ein gebürtiger Brasilianer, machte es besser. Zwar scheiterte er – was abzusehen war – an der Titelverteidigung, aber mit einer maßgeschneiderten Samba-Kür tanzte er sich von fünf auf den Bronze-Rang empor – und war danach erst einmal in Freudentränen aufgelöst. Michal Brezina, dem zweiten Tschechen im Feld, gelang eine Verbesserung von sechs auf vier, der Italiener Samuel Contesti sprang gar von elf auf sieben. Für bewegende Momente sorgte Kevin van der Perren, der diese EM eigentlich als Abschiedsvorstellung nutzen wollte. Der 29-jährige Belgier musste nach einem Sturz im Kurzprogramm mit Verdacht auf Handgelenksbruch zurückziehen. Ohne Kür, aber mit einigen tiefen Verbeugungen sagte er sichtlich gerührt dem Publikum Adieu. Sein Nachfolger steht wohl schon in den Startlöchern: Landsmann Jorik Hendrickx wurde überraschend Neunter.

Gachinski präsentiert sich als würdiger Kronprinz
Und Artur Gachinski, der nach dem Kurzprogramm immerhin hauchdünn vor Plushenko in Führung lag? Er war der Einzige von den Titelkandidaten, der sich keine Blöße gab. Der 18-Jährige hielt auf allerhöchstem technischen Niveau dagegen und setzte einen vierfachen Toeloop, eine Vierfach-Doppelt-Doppelt-Kombination, einen dreifachen Axel, einen kombinierten dreifachen Axel sowie drei weitere erstklassige Dreifach-Sprünge aufs Eis. Freilich – seine Kür zur Filmmusik aus „Interview mit einem Vampir“ hatte Längen, die ein Mann seines jugendlichen Alters noch nicht auszufüllen weiß. Insofern ging es in Ordnung, dass es Plushenkos siebter Titel wurde und nicht Gachinskis erster. Noch nicht. Aber dieser wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Der deutsche Meister Peter Liebers enttäuschte, wurde am Ende 15ter und konnte somit den zweiten Startplatz fürs nächste Jahr nicht sichern. Paul Fentz zeigte eine sehr zufriedenstellende Kür, mit der er lange in Führung lag und sogar Liebers schlug – Platz 17 lautet das Endresultat. Eine Position dahinter findet sich Österreichs Staatsmeister Viktor Pfeifer.

-> Zum Resultat Kür und Endstand Herren

Kostner geht auf Nummer Sicher – und macht alles richtig
Sieben EM-Titel sind es bei Carolina Kostner noch nicht – aber mit dem von Sheffield immerhin schon vier. Bereits 2007, 2008 und 2010 war sie Europas Beste gewesen, 2009 und 2011 war sie EM-Vize. In der Kür blieben viele Konkurrentinnen aufgrund schwacher Leistungen eher blass. Die 24-jährige Südtirolerin, die bei dem Deutschen Michael Huth in Oberstdorf trainiert, hingegen glänzte – und nicht nur wegen des glitzernden Hosenanzugs, mit dem sie inmitten so vieler traditioneller kurzer Röckchen einen optischen Kontrapunkt setzte. Auch ihre Kür zu Mozarts Klavierkonzert Nr.23 war eine Glanzleistung, vor allem in taktischer Hinsicht. Kostner zeigte das, was sie gut kann und das sauber: einen dreifachen Rittberger, Flip und Salchow, eine Dreifach-Doppelt-Kombi, wunderschöne Schritte und Pirouetten – den Angstsprung Toeloop und die Dreifach-Dreifach-Kombination ließ sie weg. Sie brauchte nichts zu riskieren. Am Ende lag sie trotzdem fast 17 Punkte vor der Finnin Kiira Korpi, die mit ansprechender, aber nicht fehlerloser Leistung ihren zweiten Platz aus dem Kurzprogramm knapp verteidigte und damit ihr bestes EM-Ergebnis holte. Auch für Carolina Kostner ist es schon jetzt die erfolgreichste Saison ihrer Karriere, da sie zuvor einen Grand Prix und das GP-Finale für sich entscheiden konnte. Offenbar befindet sie sich – wenige Tage vor ihrem 25. Geburtstag - in der Form ihres Lebens, sodass man sich im Hinblick auf die kommende WM fragt: Wenn nicht jetzt, wann dann? Weltmeisterin ist Kostner nämlich noch nicht gewesen.

Korobeynikova überraschend beste Russin
Die Georgierin Elene Gedevanishvili kam mit einem starken Programm bis auf einem Punkt an Korpi heran, wurde letztlich Dritte – ebenso wie schon 2010. Ein geradezu sensationeller Sprung nach vorne gelang Polina Korobeynikova, deren höchst akkurate Kür die zweitbeste Wertung des Abends erhielt. Die erst 15-Jährige kam von Rang zwölf auf vier, verpasste die Medaillenränge gar nur knapp und rettete so Russlands Ehre. Denn ihre Landsfrauen Ksenia Makarova und Alena Leonova enttäuschten, fielen auf Rang sechs resp. sieben zurück. Die Schwedin Viktoria Helgesson verblieb auf der fünf, ebenso wie ihre Schwester Joshi auf der zehn. Die Bilanz der deutschen Vizemeisterin Nathalie Weinzierl fällt nicht allzu rosig aus: Sie fiel von 20 auf 22 zurück und musste somit noch die Schweizerinnen Romy Bühler und Myriam Leuenberger passieren lassen.

-> Zum Resultat Kür und Endstand Damen

Ein Blick auf die Medaillenverteilung
Erfolgreichste Nation dieser EM ist – natürlich – Russland mit zwei Goldmedaillen (Paarlauf, Männer), drei Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen. Aber auch Frankreich schneidet nicht schlecht ab mit einmal Gold (Eistanz) und einmal Bronze. Bleiben das Gold für Italien (Damen), einmal Silber für Finnland und einmal Bronze für Georgien. Die mit Abstand beste Leistung von Teilnehmern aus Deutschland war Mari Vartmanns und Aaron van Cleaves fünfter Platz im Paarlauf.

Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften finden vom 26. März bis 1. April in Nice (Nizza) in Frankreich statt – zum zweiten Mal nach 2000. Herausragende Ereignisse zuvor sind allerdings noch die Vier-Kontinente-Meisterschaft (7.-12.2., Colorado Springs) und die Juniorenweltmeisterschaft (27.2.-4.3.. Minsk). Die Europameisterschaft 2013 wird übrigens in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ausgetragen.


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